www.sweetharmonys.com: Geschichte der Chocolate und Lilac Farben in der Perserzucht

 

Die Geschichte der Farbentstehung von Chocolate und Lilac Perserkatzen

 

 

 

In den 50er Jahren hatten einige Zuechter das Verlangen, das schoene Lilac und

Chocolate-Kleid der Siamesen, Burmesen, etc., auch bei den Persern zu erhalten

und wagten ihre ersten Zuchtversuche. Diese Pioniere waren Brian Stirling-Webb,

Briarry Cattery, S.M. Harding, Mingchiu Cattery, beide aus England, sowie Regina

van Wessem, Siyah Gush Cattery aus Holland. Diese Catterys arbeiteten unabhaengig

voneinander, tauschten jedoch ihre Erfahrungswerte untereinander aus.

 

Brian Stirling-Webb versuchte zuerst, den rezessiven Chocolate-Faktor einer kurz-

haarigen chocolate-point auf eine Langhaar-Katze zu uebertragen. Dies geschah ueber

die besten englischen Perser, unter anderem mit dem beruehmten Kater CH. Foxburrows

Frivolous.

 

Es folgten eine Reihe von Kreuzungen zwischen chocolate-point Siamesen und Persern.

 

Die daraus resultierenden Jungtiere waren kurzhaarig mit verschiedenen Farbschlaegen

und Traeger der rezessiven Faktoren fuer Langhaar und Chocolate Zuerst wurden diese

kurzhaarigen Jungtiere miteinander verpaart, um beide rezessiven Faktoren in jedem

Nachkommen zu verdoppeln.

 

1957 erblickte dann der erste Chocolate Perserkater das Licht der Welt:

"Briarry Bruno". Er stammt von einem Chocolate Kurzhaar, namens Gadeford Bagheera

und einer Blau-creme Kurzhaar namens Briarry Frolic ab. Deren Vorfahren waren Perser

und Siamesen. Bei Bagheera war CH. Foxburrows Frivolous Vorfahre und bei Frolic Pelham

Puffball.

 

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Mrs. Harding, Mingchiu Cattery und Brian

Stirling-Webb, gelang es Mrs. Harding die erste Lilac zu zuechten, Mingchiu Lilak,

deren Vater Briarry Bruno war. Nach dem Ableben von Brian Stirling-Webb fuehrte

S.M. Harding die Pionierarbeit fort, basierend auf Mingchiu Lilak. Die beiden Soehne

von ihr, CH. Mingchiu Chirk, blue-point und Mingchiu Kohcoh, Chocolate Langhaar,

brachten neue Farbvarianten hervor. Den besseren Typ brachte eindeutig Chirk hervor.

Kohcoh wurde jedoch der Stammvater der 3 Generationen Chocolate x Chocolate Durch-

zuechtung, die fuer die Anerkennung der Farbvariante "Chocolate Perser" durch den

Governing Council noetig war.

 

Zur gleichen Zeit startete Regina van Wessem, Cattery Siah Gush in Holland

mit der Chocolate-Zucht. Wohl eher aus Versehen bekam sie ihren ersten

Chocolate Siah Gush Cheng Sen am 5. Oktober 1960 aus ihrer seal-point Siamesin

ohne bekannten genetischen Hintergrund, die von einem weissen Perserkater ge-

deckt wurde. Sie behielt aus diesem Wurf einen schwarzen Kater, den sie dann

auf die Mutter zurueck kreuzte und so Siah Gush Cheng Sen ein Langhaar Chocolate

das Licht der Welt erblickte. Sie kreuzte US-Importe ein und erzielte eine Typ-

verbesserung und diese Tiere wurden zwischen 1970 und 1973 in die USA exportiert.

Frau van Wessem verstarb 1973; ihre Arbeit wurde in Holland von der Richterin Frau

Prose (Van Hoog Moersbergen) fortgesetzt.

 

Der erste Chocolate Perser in Nordamerika war uebrigens ein Kater namens Biarry

Mould of Thama, der 1963 von Frau Margaret Ewins, Cattery Thama nach Montreal im-

portiert worden ist. Im Jahre 1969 kamen 4 Mingchiu Chocolates von England nach

Amerika. Die Katzen kamen jeweils zu Familie Schneider, Assissi Cattery, Frau

Ellinor Pittmann, Pitt's Cattery, Mrs. Skubina, Valentine Cattery und Patrick

Horan, Miversnit Cattery. Bei den letzten 3 erwaehnten Catteries fanden die Kater

Mingchiu Osari, Mingchiu Bonzo und Mingchiu Philo ein neues Zuhause und hatten

hatten einen grossen Anteil an der Farbstabilisierung. Aufgrund der begrenzten An-

zahl Tiere in den USA, die oben namentlich bereits erwaehnten Katzen sowie einige

weitere Chocolate- und Lilac-points der Mingchiu Cattery resultierten starke Inzucht

und die Typverbesserung wurde ebenfalls nicht erzielt.

 

Frau Wessem, Holland exportierte 1970 Tiere nach Amerika welche kompakter waren

und die keilfoermigere Koepfe hatten. Amerika setzte seine Hoffnung darauf, dass

durch die Kreuzung der englischen und hollaendischen Linien der Rassestandard fuer

Perser realisiert werden koenne, was jedoch nicht erreicht wurde. Aus diesem Grunde

kreuzten die Amerikaner schliesslich einheimische Perser zur Typverbesserung ein.

Patrick Horan, Miversnit Cattery konnte 1972 die Geburt der ersten Chocolate-Schild-

patt Perser verzeichnen, Miversnit's Marmelade. 1973 erblickte die erste lilac-schild-

patt, Miversnit's Ambrosia, das Licht der Welt und 1975 wurde die erste lilac-weisse

Perserkatze geboren, Miversnit's Splash. Weitere Zuechter arbeiteten an der Verwirklich-

ung von Chocolate und Lilac, wie: Janet Tyra, Tyland Cattery, Hazel und Lee Lehman,

Ha-Lee Cattery, Lyle Kaufman, Lyka Cattery und die wohl wichtigste Chocolate und Lilac-

Zuechterin von Amerika, Toni Renzacci von der legendaeren Cactusway Cattery.

 

 

 

Und Europa?

 

Lange Zeit interessierte sich fast niemand mehr fuer die Farben Chocolate und Lilac

und diese gingen fast in Vergessenheit. Eine der ersten Zuechter die sich wieder mit

diesen Farben beschaeftigte war 1979 Frau Angelika Weber, Barlaam's Haide Cattery.

 

Die Cattery Legerepi aus Holland begann ca. 1980 auf sich aufmerksam zu machen. Durch

Einkreuzung von erstklassigen Persern und Rueckverpaarungen erhielten sie (fuer damalige

Verhaeltnisse) traumhafte Tiere in Chocolate und Lilac. Zeitgleich fingen auch in Deutsch-

land wieder einige Zuechter an, sich wieder fuer diese Farben zu interessieren.

 

Beim 1. DEKZV e.V. (FIFe Verein) wurde der erste Chocolate und Lilac-Wurf am 16. Januar 1980

registriert. Ein lilac Kater namens Joska und ein chocolate Maedchen namens Josy wurden im

Zwinger v.d. Philippsburg bei Frau Ingeborg Lohny geboren. Josy erhielt spaeter auch als

erste Chocolate den Titel IC. beim 1. DEKZV e.V.

 

Frau Lohny stellte am 20. Juli 1981 - nachdem die notwendigen 30 Richterberichte mit V-

Bewertung erreicht waren - den Antrag auf Anerkennung der Farbe Chocolate und Lilac self.

Auf der FIFe-Generalversammlung in Wien am 6.- 8. November 1981 war es dann soweit. Die

Farben Chocolate, Lilac, Chocolate- und Lilac-schildpatt wurden anerkannt. 1982 erfolgte

dann die Erweiterung der FIFe-Farbskala um alle Chocolate- und Lilac Varianten wie Smoke,

Tabby, Silver-Shaded, Chinchilla und Bicolor. Spaeter wurden Tortie-Tabby und Tabby auf

Weiss noch hinzugefuegt.

 

1985 folgte der grosse Durchbruch der Legerepi Linie in ganz Europa. Ausschlaggebend war

der Chocolate Kater GIC. Sueno Legerepi, geb. 10.05.1984, der von Frau Dagmar Fonger,

Geshoron's Cattery ausgestellt wurde und problemlos seine Titel bekam. Nach 9 Ausstellun-

gen wurde Sueno im Jahr 1986 GIC., davon 4 mal nominiert. Er ist der Vater vieler erfolg-

reicher Nachkommen wie EC. Geshoron's Urian, lilac und EC. Geshoron's Idefix, lilac welche

in vielen Stammbaeumen zu finden waren. Frau Fonger und die FIFe-Richterin Frau Busch-

Hoffmann, Painter's Cattery, wo ebenfalls viele erfolgreiche Katzen her stammen wie z.B.

EC. Painter's Daydreamer, arbeiteten eng zusammen, hoerten jedoch leider beide mit der

Chocolatezucht auf, was ein wirklich grosser Verlust war.

 

Die Legerepy Cattery erzielte weitere Erfolge. Ab 1985 kamen weitere erfolgreiche Kater in

dem Zwinger zur Welt. Unter anderem EC. Chocolate Maradonna, ein chocolate gestromter Tabby-

Kater und legendaere Katzen wie Silver-Miracle Legerepi, black-smoke, die man so ziemlich

in jedem Stammbaum finden konnte, wenn man mit Legerepi Linien zuechtete. Was nach wie vor

noch immer nicht dem Perserstandard entsprach, war das Siam-Erbe das durch die Verpaarungen

immer weiter getragen wurde, wie der schlanke Koerperbau, die grossen Ohren, das spitze Ge-

sicht, die langen Nasen, die schlechte Augenfarbe. Um diese Merkmale zu eliminieren, blieb

auch in Europa den Zuechtern nichts anderes uebrig als Katzen einzukreuzen, die das Chocolate-

Gen nicht trugen. Spaetestens hier wird nun auch dem Letzten klar, dass die Chocolate- und

Lilac-Zucht alles andere wie einfach ist und jeder Show-Erfolg ein Lohn harter Arbeit darstellt.

 

 

 

Farben Chocolate und Cinnamon

 

Chocolate und Cinnamon entstehen durch Mutationen im Gen TYRP1 (tyrosinase-related-protein-1),

dem Genlocus fr 'Braun' (B). Dieses Gen ist an der Synthese des schwarzen Farbpigmentes

Eumelanin beteiligt. Die phaenotypische Auspraegung der verschiedenen Varianten (Allele) stehen

dabei im Dominanzverhaeltnis B, b, bl. Fuer die Farbe schwarz steht das dominante B-Allel, welches

der Wildtyp ist. Ist auch nur ein einziges B-Allel enthalten, bedeutet das schon die Schwarzfaer-

bung, sofern keine anderen Farbgene die Ausspraegung beeintraechtigen. Phaenotypisch chocolate sind

Katzen mit dem Genotyp bb oder bbl. Cinnamon entsteht mit blbl. Bei allen untersuchten Cinnamon-

Tieren (unabhaengig von Rassen) wurde bislang die Mutation "bl" als phaenotypische Auspraegung nach-

gewiesen, mit Ausnahme der Ocicat, wo nicht alle cinnamon farbene Tiere die Mutation aufwiesen. Dies

koennte jedoch aufgrund einer falschen Farbbestimmung aufgetreten sein oder gar durch den Erhalt der

Farbe aufgrund einer Kombination anderer verschiedener Farballele oder einer Neumutation.

 

Eindeutige Assoziationen zum Phaenotyp fuer die Chocolate-Mutation b wurden ebenfalls festgestellt.

Anhand eines heute moeglichen Gen-Tests koennen die Genotypen BB, Bb, bb fuer chocolate und (fuer

Cinnammon die Genotypen BB, Bbl und blbl) festgestellt werden.

 

 

 

Phaenotyp Chocolate und Genotyp Erklaerung:

 

BB:

Bedeutet Reinerbigkeit fuer das Wildtypallel. Es liegt keine Anlage fuer die Farbe Chocolate vor

(also nicht visuell Chocolate und traegt auch kein Chocolate), kann also auch nicht weitervererbt

werden.

Bb:

Mischerbiger Anlagetraeger fuer das Wildtypallel und 'chocolate'. Mit einer 50%igen Wahrschein-

lichkeit wird die Chocolate-Anlage an einen Nachkommen weiter vererbt (keine visuelle Chocolate-

Katze, aber Traeger dieser Farbe...)

bb:

Reinerbiger Anlagetraeger fuer 'chocolate'. Mit 100%iger Wahrscheinlichkeit wird die Chocolate-

Anlage an einen Nackommen weitervererbt (das Tier ist also visuell chocolate).

 

 

 

Tabelle:

 

BB = Farbe seal, Traeger seal, reinerbig seal, kein Verduennungstraeger

Bb = Farbe seal, Traeger chocolate, kein Verduennungstraeger

bb = Farbe chocolate, Traeger chocolate, kein Verduennungstraeger

BBdd = Farbe blau, Traeger blau, kein Lilactraeger

Bbdd = Farbe blau, Traeger blau und lilac

bbdd = Farbe lilac, Traeger lilac

BB x BB = Alle Kitten haben die Farbe seal und sind reinerbig seal; = BB

Bb x BB = Alle seal, 50% sind reinerbig (BB) seal, 50% sind seal aber

chocolate Traeger (Bb); man kann nicht sehen, wer was ist; = B oder Bb

bb x BB = Alle seal, 100% sind seal aber chocolate Traeger; = Bb

bb x bb = Alle chocolate und alle Traeger von chocolate = bb

bbdd x bbdd = 100% sind lilac = bbdd

BBdd x BB = 50% sind blau, 50% sind seal, alle Traeger der Verduennung

BBdd x BBdd = Alle blau

Bbdd x Bbdd = 37,5% BBdd = blau; 37,5% Bbdd = blau (Traeger lilac) und

25% bbdd = lilac

BBdd x bb = Alle seal, Traeger von Verduennung und chocolate

Bbdd x bb = 50% seal (Chocolatetraeger), 50% chocolate

BBdd x bbdd = Alle blau, alle lilac-Traeger

bb x bbdd = 100% chocolate (Traeger der Verduennung)

bbDd x bbdd = 50% chocolate und 50% lilac

 

 

 

 

 

 

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