Traechtigkeit, Katzengeburt und Kittenkontrolle

 

 

 

Die Traechtigkeit

 

Meistens erkennt man schon 3 Wochen nach der Belegung, ob es zu

einer Traechtigkeit gefuehrt hat. Die sonst eher kleinen Zitzen, die

eher eine gelbliche Farbe aufweisen, verfaerben sich rosa bis hin zu

einem intensiven pink und werden groesser. Diese Verfaerbung ist aber auch

zu sehen, wenn eine Katze rollig wird oder eine Scheintraechtigkeit vor-

liegt, also noch keine 100%-ige Sicherheit. Im Zweifel Tierarzt aufsuchen.

 

Gehen wir aber mal von einer Traechtigkeit aus. Die Katze wird

nun etwas mehr fressen und man sollte ihr jetzt schon hochwertiges, naehr-

stoffreiches Futter anbieten und darauf achten, dass sie genug Fluessigkeit

zu sich nimmt.

 

Versuchen Sie jeglichen Stress fuer das Tier zu vermeiden. Mit Sicherheit

duerfen keine Ausstellungen mehr besucht werden. Neue Mitkatzen, Urlaubs-

reisen, Umzuege oder andere gravierende Veraenderungen sollten vermieden

werden. Erstgebaerende gehen mitunter sehr locker mit der Traechtigkeit um

und wagen immer noch halsbrecherische Spruenge. Leider kann man Katzen ja

kaum davon abhalten, aber man sollte es wenigstens versuchen, das Risiko ge-

ring zu halten, speziell waehrend der Tragzeit (in der Regel 62-70 Tage).

 

Es kann uebrigens auch bei Katzendamen vorkommen, dass sie mit der Morgen-

uebelkeit zu kaempfen haben, also nicht verwundern, wenn man jeden Morgen

Erbrochenes findet.

 

 

Geburts-Vorbereitungen

 

Nun, ich persoenlich nehme werdende Katzenmama's ca. 2-3 Wochen

vor dem errechneten Termin zu mir ins Schlafzimmer. Da ist es ruhig und

ich bin mehrheitlich den ganzen Tag in diesem Raum, weil ich dort mein

Homeoffice habe und kann so die Katze und ihr Verhalten beobachten.

 

Nun, dort stehen zur Auswahl, diverse Kratzbaumhoehlen (niedrig), 3

Transportkisten aus Stoff, wo alles schon drin ist, Decken, etc. innen

schoen dunkel, aber doch frei zugaenglich. Ein riesiger Kaefig fuer

Grosshunde, ebenfalls mit allem bestueckt und Decke darueber, um den

Kaefig ebenfalls abzudunkeln. Der Kaefig ist ebenfalls frei zugaenglich,

ann aber auch im Notfall geschlossen werden, falls eine Erstgebaerende die

Babys immer wegschleppen will und wer weiss wo hinlegt. Ausserdem gibt

es noch eine traditionelle Wurfkiste aus beschichtetem Sperrholz.

 

Als Liegeflaeche kann man Laken, Molton-Tuecher, etc. verwenden, nur

keine Frottee-Tuecher, denn dort koennen sich die Krallen der Kitten

verfangen. Ich lege zusaetzlich immer noch diese Trainingstuecher fuer

Hunde rein, die schoen alles aufsaugen, so schuetzt man die anderen Unter-

lagen und man kann diese Tuecher nach der Geburt leicht entfernen und

hat eine saubere Unterlage, ohne dass man die Katze von Anfang an wieder

stoeren muss. Hat man diese Rueckzugsmoeglichkeiten nicht im Haus, kann

man immer noch einen grossen Kennel als Wurfkiste vorbereiten. Eine stabile

Kartonschachtel oder der Waeschekorb tut es im Notfall aber auch. Wichtig

ist einfach, dass Katze und Kitten am Aufenthaltsort gut erreichbar sind,

denn im Notfall sollte man Mama und Kitten gut erreichen koennen, um einzu-

greifen.

 

Ungefaehr ab dem 50. bis 55. Tag der Traechtigkeit kann man den Katzen

1x taeglich eine Gabe Pulsatilla D4 geben, damit der Geburtskanal weich

und dehnbar wird.

 

Ab dem 60. Tag sollte man die Geburtsutensilien griffbereit haben, die

da waeren:

 

Desinfektionsmittel zum Desinfizieren der eigenen Haende (wie Sterilium,

Sagrotan oder Detol ist ungeeignet)

eine sterile Schere mit abgerundeten Spitzen zum Abnabeln

Kuechenpapier

Frotteetuecher zum Abrubbeln der Neugeborenen

Rescue-Tropfen mit Wattestaebchen zur Atemstimulans oder

Respirot Tropfen vom Tierarzt (1-2 Troepfchen muss man ins Maeulchen

geben als Atemstimulans)

Kuechenwaage mit moeglichst feiner Einteilung zur Festhaltung des Gewichts

Schreibblock und Stift zum Protokollieren der Geburt und der Entwicklung

Uhr

Telefonnummern von Tierarzt und/oder Helfern

Muelleimer mit Plastiktuete

extra Koerbchen mit Waermflasche oder Heizkissen (evtl. eine Rotlichtlampe)

Pulsatilla D4

Caulophyllum D6 als homoeopathische Wehenmittel unter der Geburt

(alle 30 Minuten im Wechsel)

Danach Sabina D6

Muttermilchersatz (KMR Pulver, Cimilac, Farmfood No. 1, oder aehnliches)

Einmalspritzen zu je 1ml

Nutri-plus Cat von VIRBAC gibt es beim Tierarzt. Es ist sehr nahrhaft und

gibt der Mama wieder Kraft nach der Anstrengung.

 

 

Katzengeburt

 

Im Normalfall suchen Katzenmama's die Naehe kurz vor Geburtsbeginn,

sie laufen herum, um den richtigen Wurfplatz zu finden, sie suchen oefters

das Katzenklo auf. Es wird zwar immer wieder beschrieben, dass man den

Geburtsbeginn leicht feststellen kann, da die Koerpertemperatur 24 Stunden

vor der Geburt um 1 Grad absinkt, aber mal ehrlich, wuerde uns das staendige

Fiebermessen in so einer Situation gefallen? Ich erspare das meinen Tieren,

denn es gibt genug andere verlaessliche Vorzeichen, auch wenn man den

genauen Termin vorher nicht berechnet hat.

 

Aus der Scheide sondert sich Schleim ab, mitunter auch ein richtiger

Schleimpfropfen. Aus den Zitzen kann jetzt schon Kolostralmilch austreten.

 

Uebrigens viele Katzenmama's werden in der Zeit gerne am Bauch gestreichelt,

was auch die Wehentaetigkeit anregt.

 

Nach den Eroeffnungswehen, die man gut bei der Katze beobachten kann, weil

sich die Gebaermutter zusammenzieht, folgen deutliche Kontraktionen der

Gebaermutter und dann die Presswehen. Manchen Katzen ist das schon zuviel

und sie wollen aufgeben und abhauen, da heisst es beruhigend auf das Tier

einzureden und die Mama daran zu hindern, die Wurfkiste zu verlassen.

 

Die Kitten befinden sich in einer inneren und einer aeusseren Fruchthuelle.

Die aeussere platzt in der Austreibungsphase und es erscheint nach dem

Fruchtwasser die innere Fruchthuelle mit entweder einem Kaetzchenkopf

(Kopflage) oder einem Kaetzchenpopo, Schwanz und Hinterbeinen (Steisslage)

am Scheidenausgang.

 

Es kommt immer wieder vor, dass Kitten schon zu gross sind und feststecken,

speziell bei Perserkatzen ist der Kopf das groesste Problem. Jetzt heisst es

Ruhe bewahren auch wenn die innere Fruchthuelle schon geplatzt sein sollte.

Wenn das Kitten zur Haelfte da ist, kann man den Koerper mit der ganzen

Hand umschliessen und bei der naechsten Wehe vorsichtig ziehen. Keinesfalls

aber an den Beinen oder am Kopf ziehen!

 

Bitte darauf achten, dass immer die vollstaendige Nachgeburt mitkommt. Es

kann sein dass die Nabenschnur reisst und die Nachgeburt noch im Katzen-

koerper ist, was zur Gebaermutterentzuendung fuehren kann.

 

Manche Muetter fressen die Nachgeburten sehr schnell, also immer dabei

bleiben und mitzaehlen. Die Plazenta ist uebrigens gut fuer die Mama, da sie

Naehrstoffe enthaelt.

 

Im Normalfall reisst Mama die Fruchthuelle nach der Geburt auf und leckt das

Kitten trocken, frisst die Nachgeburt und arbeitet sich so bis zum Bauch des

Kittens um es abzunabeln. Es ist sicherer wenn man die Abnabelung selbst

vornimmt, da ca. 2 cm Nabelschnur stehen bleiben sollten, was eine Katzen-

mama nicht beachtet und in der Hektik schon mal zuviel abbeissen kann. Nun,

die Nabelschnur sollte blutleer sein, heisst, streichen Sie das Blut vom

Bauch des Kittens hinweg bis die Nabelschnur weiss ist. Nun kann man den

Blutrueckfluss durch abbinden mit einem Bindfaden verhindern, aber auch mit

den Fingernaegeln. Jetzt kann man die Nabelschnur mit der desinfizierten

Schere durchtrennen. Nun, man kann jetzt entweder die Nabelschnur noch

etwas zwischen den Fingern reiben, damit kein Blut mehr austritt oder ich

greife in der Regel zu Weleda Wecesin Puder (anthroposophisches Arzneimittel

zur Behandlung von kl. Schuerfwunden und zur Nabelpflege).

 

Bei einer unerfahrenen Katzenmama kann es schon einmal passieren, dass sie

sich nicht gleich um ihr Kitten kuemmert. Dann muss man selbst die Frucht-

huelle aufreissen, um das Kitten vor dem Ersticken zu retten.

 

Jede Katzengeburt ist einzigartig und jede Katzenmama reagiert anders. Es

kann sein, dass Katzen schnell gebaeren, Kitten sogar im Abstand von 2-5

Minuten herausgepresst werden. Andere Muetter brauchen auch schon mal 2-3

Tage bis wirklich alle Kitten da sind, weil sie immer wieder Pausen einlegen.

Dies ist nun wirklich nichts fuer Leute ohne Nerven und man sollte lieber

seinen Tierarzt hinzuziehen, denn es koennte auch daran liegen, dass ein Kitten

falsch im Kanal liegt und einfach nicht alleine rauskommen kann.

 

Waehrend der Geburt kann man auch die Wehentaetigkeit anregen, falls es zu

lange dauern sollte, indem man alle 20 bis 30 Minuten eine Gabe Caulophyllum

D6 im Wechsel mit Pulsatilla D4 verabreicht.

 

Die erstgeborenen Kitten kann man in ein Koerbchen mit Heizkissen legen, bis

Mama alle geboren hat. So muss kann sie sich auf das Gebaeren konzentrieren

und die Kleinen frieren in der Zwischenzeit nicht. Sollte Mama aber zu nervoes

werden, wenn die anderen Kitten nicht um sie herum sind, lieber die Kitten

zuruecklegen.

 

 

Hilfestellung

 

Wenn ein Kitten nach der Geburt noch roechelt, respektive ein Rasseln zu

hoeren ist, also nicht still atmet, hat es mit Sicherheit noch Fruchtwasser

in der Lunge. Mit dem Waschlappen kann man das Kitten abrubbeln, 1-2 Tropfen

Respirot ins Maeulchen geben und dann zum Fruchtwasser ausschlagen das

Kitten in die Handflaeche setzen, die zweite Hand ueber Kreuz darueber legen.

Am Besten nimmt man noch das Koepfchen zum Schutz zwischen die Finger. So,

nun mit eine Ruck nach unten schuetteln, am Besten zwischen den eigenen

Beinen durch, so kommt das Fruchtwasser wieder raus.

 

Dies funktioniert auch mit Rescue-Tropfen. Man kann ein getraenktes Watte-

staebchen verwenden um das Maeulchen zu benetzen und der Geschmack bewegt

die Kleinen dazu laut loszubruellen. Was uebrigens dazu fuehrt, dass sich die

Lungen entfalten. Will ein Kitten nicht so recht schreien am Anfang, halte ich

es meist noch etwas kopfueber, bis sie anfangen sich zur Wehr zu setzen, dann hat

man das gleiche Ziel erreicht, sie schreien und die Lunge ist frei.

 

Dies ist zwingend erforderlich, da die Kitten sonst entweder daran ersticken

oder auch leicht eine Lungenentzuendung davontragen koennen.

 

Nach jedem Baby muss eine Nachgeburt kommen. Manche Katzen essen sie, manche

nicht. Wenn Ihre Katze nicht will, dann die Nachgeburt wegwerfen. Wenn das

Baby mit Nachgeburt geboren ist und die Kaetzin nicht weiss was sie machen soll

oder das naechste Baby schon kommt, muessen Sie abnabeln. Das heisst, Sie nehmen

die sterile kleine Schere, nachdem Sie auch Ihre Haende desinfiziert haben,

reiben die Nabelschnur ca. 2-3cm vom Bauchnabel entfernt Blutleer und schneiden

sie dann durch. Nach einigen Tagen trocknet der Rest von selbst aus und faellt ab.

 

Sollte eine Katzenmama ihre Kitten nicht akzeptieren, auch nicht wenn man immer

wieder versucht hat, diese an den Zitzen anzulegen, muss man selbst die Fuetterung

mit Kittenmilch uebernehmen. Das heisst alle 2-3 Stunden, auch nachts, muss man

die Kleinen fuettern, am Besten mit den Einwegspritzen. Wenn das Kitten fertig ist,

muss man mit einem rauhen Tuch Baeuchlein und Po-Region massieren, damit die

Kleinen ihr Geschaeft erledigen koennen (das macht sonst Mama mit der rauhen Zunge,

da die Kitten das noch nicht von alleine koennen).

 

Es gibt viele Mama's die sich nach dem ersten Schock wieder berappeln und die

Kitten doch noch akzeptieren, was das Leben fuer Mensch erleichtert, denn es ist

schon eine Herausforderung, alle 2-3 Stunden praesent zu sein.

 

 

Nach der Geburt

 

Der Mama kann man nach ueberstandener Geburt einen Cocktail aus Eigelb,

Traubenzucker, vermischt mt etwas Kondensmilch, geben.

 

Wenn die Babys mit Ihrer Unterstuetzung trocken gerubbelt sind, muessen Sie

sie solange an den Zitzen anlegen bis sie trinken. Dies kann unter Umstaenden

bis zu 4 Stunden nach der Geburt dauern. Immer wieder probieren, nicht auf-

geben. Je schneller sie die Kolostralmilch (erste Milch) bekommen, desto

besser ist es fuer die Kleinen. Diese hilft den Kleinen in den naechsten Wochen

beim Schutz vor Infektionen.

 

Die Babys muessen pro Tag zwischen 10 und 20g zunehmen, am Besten jeden Tag

um die gleiche Zeit wiegen. Wenn nicht, dann alle 2-3 Stunden zufuettern.

Nach 2 Tagen Gewichtsstillstand oder Gewichtsabnahme unbedingt etwas unter-

nehmen. Die Kitten sollten ihr Geburtsgewicht innerhalb der 1. Woche ver-

doppelt haben.

 

Mama und Kitten muessen an einem warmen zugfreien Ort sein, da die Kleinen

in den ersten Tagen nach der Geburt die Koerpertemperatur noch nicht alleine

regulieren koennen und es leicht zu Unterkuehlungen fuehren kann.

 

Die ersten paar Tage nach der Geburt kann es bei Mama noch zu kleinen Blut-

absonderungen kommen. Dringend darauf achten, wie der Allgemeinzustand des

Tieres ist. Ob sie frisst und trinkt, das Katzenklo besucht und sonst nicht

auffallend ist. Bei jeder Veraenderung unbedingt Arzt konsultieren.

 

Wenn man sich nicht sicher ist, ob auch alles aus der Mama rausgekommen ist,

was rauskommen muss, kann man noch 3 Tage lang Sabina D6 und Caulophyllum

D6 (3x am Tag) verabreichen, damit werden Reste allenfalls ausgetrieben und

die Schmerzen werden gelindert. Eine weitere Hilfe kann auch Metrovetsan sein.

 

 

Kittenkontrolle

 

Genau wie bei den Menschenkindern kann man die Kitten nach einem

Plan regelmaessig untersuchen, um Entwicklungsverzoegerungen fruehzeitig zu

erkennen und schnell zu reagieren, damit das Kitten allenfalls noch gerettet

werden kann.

 

1. Untersuchung nach der Geburt

 

Untersuchen Sie das Neugeborene von Kopf bis Schwanz und beruecksichtigen

Sie dabei die folgenden Punkte:

 

Kann es frei atmen?

Hat es Fruchtwasser eingeatmet?

Gibt es aeusserliche Missbildungen, wie offener Bauch, offener Ruecken,

Gaumen oder Lippenspalte?

Hat der Koerper eine Veraenderung am Brustbein ist es zu flach?

Hat das Kitten alle Gliedmassen und sind sie normal ausgebildet?

Ist es gut abgenabelt, oder hat sich ein Nabelbruch gebildet?

Ist es rassetypisch vollstaendig behaart?

Ist es rassetypisch in Groesse und Gewicht?

Sehen Kopf, Ohren Augen, Nase und Maeulchen normal aus?

Sind alle Zehen vorhanden - hat es auch keine zuviel?

Hat der Schwanz Verdickungen oder einen Knick?

Ist die Afteroeffnung deutlich zu sehen?

Kann man das Geschlecht des Kaetzchens gut erkennen?

Macht das Tier einen vitalen Eindruck, schreit es?

Sucht es alleine eine Zitze und findet es sie auch?

Saeubert Mama das Kitten? Ist das "Kindspech"

(der erste Kot) ausgeschieden?

Andere Auffaelligkeiten?

 

Am Besten macht man sich ein Formular mit diesen Fragen, so kann man

dieses bei jeder Geburt wieder verwenden und braucht die Fragen nur noch

abzuhaken.

 

Wenn diese aeusserliche Beurteilung zur Zufriedenheit ausgefallen ist, darf

das Kitten erst mal in aller Ruhe bei Mama trinken.

 

Sind jedoch rasselnde Geraeusche beim Atmen zu hoeren, muss man das Frucht-

wasser beim Kitten schnellstmoeglichst ausklopfen oder absaugen, da sonst

die Gefahr einer Lungenentzuendung enorm hoch ist.

 

Bei Deformationen muss man rasch eine Entscheidung treffen und objektiv

beurteilen, ob das Kitten ueberhaupt lebensfaehig ist. Geringfuegige Anomalien

Anomalien wie beispielsweise sechs Zehen beeintraechtigen keinesfalls die

Lebensqualitaet.

 

Bei schwerwiegenden Anomalien sollte man das Kitten dem Tierarzt vorstellen,

der dann fachmaennisch entscheiden kann, ob er das Tier erloest oder ob es

dennoch eine Lebenschance hat.

 

Nabelbrueche sollten einfach im Auge behalten werden. Wenn das Kitten alt

genug ist, kann das Kitten operiert werden.

 

2. Untersuchung im Alter von 1 Woche

 

Nach einer Woche sollte man folgenden Fragebogen durchgehen:

 

Ist es vital, findet die Zitzen sicher, kann es seine Zitze verteidigen?

Ist der After sauber, oder sind Anzeichen von Durchfall zu sehen?

Ist die Nabelschnur schon abgefallen?

Hat das Kitten sein Geburtsgewicht mindestens verdoppelt?

Nimmt es regelmaessig oder unregelmaessig zu, oder sogar ab?

Ist es unversehrt, oder hat ein Geschwisterchen es gekratzt?

Sind die Augen schon offen?

Kann es fauchen, z.B. bei fremden Geruechen?

 

Ist alles okay? Dann freuen Sie sich ueber die Entwicklung! Wenn nicht

kontaktieren Sie Ihren Tierarzt und besprechen mit ihm das weitere Vorgehen.

 

3. Untersuchung im Alter von zwei Wochen

 

Nach 14 Tagen sollte man folgende Fragen beantworten:

 

Ist es vital und nimmt regelmaessig ca. 100g die Woche zu?

Hat es eine Zitze, oder darf es erst trinken, wenn alle anderen fertig

sind?

Ist der Nabel einwandfrei abgeheilt?

Sind die Augen offen und schleimfrei, reagiert es auf Licht?

Reagiert es auf Geraeusche, begruesst es die Katzenmama,

wenn sie in die Wurfkiste kommt?

Erkennt es schon seine neuen Dienstboten :)?

Kann es die Krallen einziehen?

Erkundet es schon die Wurfkiste, wenn ja, laufend oder kriechend?

Zeigt es eine erst jetzt erkennbare Deformationen?

 

Wenn alles okay ist, muessen Sie nichts weiter unternehmen.

 

4. Untersuchung im Alter von drei Wochen

 

Das Kitten entwickelt sich weiter! Stellen Sie sich nach 3 Wochen

folgende Fragen:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Sind die Milchzaehne durchgebrochen?

Begruesst es Mama und seine Menschen?

Schaut es schon ueber den Rand der Wurfkiste,

macht es bereits Anstalten die Wurfkiste zu verlassen?

Kann es laufen?

Putzt es sich schon selbst?

Beginnt es mit den Geschwistern zu raufen?

 

Es kann sein, dass die Milch nun nicht mehr ausreicht, unbedingt

zufuettern, damit es den Kitten an nichts fehlt.

 

5. Untersuchung im Alter von 4 Wochen

 

Vergessen Sie vor lauter Freude nicht die Wurfmeldung abzuschicken.

Denken Sie an die Farbbestimmung und den geeigneten Namen fuer das

Kaetzchen!

 

Folgende Fragen muessen nun beantwortet werden:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Steigt es schon aus der Wurfkiste?

Kann es sicher laufen?

Zeigt es schon Interesse an fester Nahrung?

Benutzt es das Klo?

Spielt es mit den Geschwisterchen?

Ist Spielzeug schon interessant?

Folgt es schon mit den Augen, wenn man ein

Spielzeug hin und her bewegt?

Ist es vertrauensvoll im Umgang mit Menschen, oder eher aengstlich?

 

6. Untersuchung im Alter von fuenf Wochen

 

Langsam verlieren die muetterlichen Abwehrstoffe, die die Kitten mit der

Kolostralmilch aufgenommen haben, ihre Wirkung. In dieser Zeit muss man

gut darauf achten, dass sich die Kleinen nirgends infizieren koennen, denn

das eigene Imunsystem funktioniert noch nicht perfekt.

 

Stellen Sie sich die folgenden Fragen zum Entwicklungsstand:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Hat es ein rassetypisches Aussehen (fuer dieses Alter natuerlich)?

Beginnt es die Umgebung zu erkunden?

Spielt es mit Spielzeug und mit Menschen?

Kommt es schon auf den Schoss gekrabbelt?

Frisst es auch schon Trockenfutter?

Klettert es am Kratzbaum und schaerft es schon seine Krallen?

 

7. Untersuchung im Alter von sechs Wochen

 

Die Kitten nehmen jetzt schon mehrheitlich feste Nahrung zu sich. Natuerlich

ist die Muttermilch immer noch wichtig, aber reicht laengst nicht mehr aus.

Die Kitten sollten in dem Alter das Katzenklo selbststaendig besuchen.

 

Nun stellen Sie sich die folgenden Fragen:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Beginnt es kleine Spielzeuge herumzutragen?

Kann es einen Buckel machen?

Reagiert es schon auf Lob?

Kann es schon ca. 10 cm hoch springen?

Kann es huepfen vor Freude?

Schlaeft es alleine, oder immer mit den Geschwistern?

Geht es freundlich auf Menschen und Mitkatzen zu?

Reagiert es auf bewegtes Spielzeug?

Schaut es geradeaus, oder schielt es noch?

 

Haben die Augen noch ein baby-blaue Farbe, oder beginnen Sie sich

umzufaerben?

 

8. Untersuchung im Alter von sieben Wochen

 

Es kann vorkommen, dass gewisse Kitten in der siebten Woche anfangen zu

fremdeln, das ist aber normal und kein Grund zur Sorge. Auch kann es

sein, dass es ploetzlich zur Futterverweigerung kommt, auch wenn keine

gesundheitlichen Probleme vorliegen. Da muss man durch und das Kitten

wieder zum Fressen bewegen.

 

Fragen Sie sich nun:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Kann es sicher Klettern, auch vom Kratzbaum wieder herunter?

Tobt und spielt es in den Wachzeiten hauptsaechlich?

Schlaeft es vertrauensvoll beim Menschen und kuschelt?

Kann es schon aus Stuhlhoehe sicher herunterspringen?

Verteidigt es lautstark sein Spielzeug oder ein Leckerli

gegen die Geschwister?

Versteht es schon das Wort NEIN?

Hat es schon einen Lieblingsmenschen?

 

9. Untersuchung im Alter von acht Wochen

 

Entwurmung und Erstimpfung stehen an. Fragen zum derzeitigen Entwicklungs-

stand:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Zieht es die Krallen ein beim Spiel mit dem Menschen?

Spielt und tobt es gerne?

Laeuft es dem Menschen hinterher?

Versucht es an den Beinen hochzuklettern?

Fordert es lautstark sein Futter?

Entwickelt es feste Gewohnheiten?

 

Beim Tierarzt:

Ist das Kaetzchen rundum gesund? Sind die Hoden der kleinen Kater schon

abgestiegen?

 

10. Untersuchung im Alter von neun Wochen

 

Die Charakterentwicklung schreitet fort und man erkennt die Vorlieben der

einzelnen Kitten bereits gut. Mama ist nicht mehr so wichtig, vielmehr die

Geschwisterchen. Die Kater, die meist etwas laenger bei der Entwicklung

brauchen, holen jetzt aber gewaltig auf.

 

Fragen zur Entwicklung:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Laesst es sich pflegen, buersten, etc.?

Spielt es Verstecken und Kriegen?

Tobt es weiterhin viel herum?

Hat es Urvertrauen zu den Menschen entwickelt?

Kennt es sicher seine Umgebung?

Hat es Angst vor Fremden, ungewohnten Geraeuschen?

Ist es neugierig?

Laesst es sich auf den Arm nehmen und praesentieren?

Frisst es Katzengras?

 

11. Untersuchung im Alter von 10 Wochen

 

Mama hat es nun schwer, die Kleinen unter Kontrolle zu halten. Der eigene

Wille ist nun schon gross.

 

Wie ist der Entwicklungsstand? Beantworten Sie folgende Fragen:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Reagiert es folgerichtig auf die Koerpersprache der Mitkatzen?

Verstaendigt es sich mit anderen Haustieren, wenn es welche gibt?

Apportiert es kleine Spielzeuge?

Hat es sich an den Tagesablauf der Menschen angepasst?

Rauft es auch mit aelteren Mitkatzen?

Hat es schon einen Lieblingsplatz zum Schlafen?

 

12. Untersuchung im Alter von elf Wochen

 

Bald koennen die Kleinen ins neue Heim umziehen, es stehen eine gruendliche

Tierarztuntersuchung und die 2. Impfung an. Stellen Sie sich auch noch die

folgenden Fragen:

 

Ist es vital und nimmt weiterhin gut zu?

Ist es aeusserlich in Ordnung?

Haben sich keine zuchtausschliessenden Maengel gezeigt?

Sind Farbe und Geschlecht richtig angegeben?

Ist es beim Tierarzt aengstlich oder neugierig?

Geht es souveraen und freundlich mit Menschen um?

Ist es von Muttermilch entwoehnt?

Zeigt es Persoenlichkeit?

Hat das Kitten die Menschen schon im Griff ;)?

 

13. Untersuchung im Alter von zwoelf Wochen

 

Vor dem Auszug sollte nun der Zuechter eine Beurteilung schreiben (im Stil

eines Richterberichts). Diese Beurteilung kann man im Alter von 1 Jahr

wiederholen.

 

Ist der Entwicklungsstand perfekt fuer den Umzug ins neue Heim? Wenn ja,

steht der Abschied bevor. Wenn das Kitten aber noch nicht selbststaendig

genug ist oder das Idealgewicht nocht nicht erreicht worden ist, sollte man

den Umzug dem Kitten zuliebe um 1 bis 2 Wochen nach hinten verschieben.

 

Keine Sorge, gut entwickelte Kitten fuehlen sich oft schon nach wenigen

Stunden im neuen Zuhause wohl und haben die alten Dosenoeffner bald

vergessen.

 

 

 

 

 

 

Copyright Sweetharmony's Persians & Exotic Shorthair 1991-2017 || Webdesign: || Email: daniela.lautenschlager(at)gmail.com